Manchmal kann ich es noch immer nicht richtig glauben, dass die Muttseehütte jetzt mein ist.

Wie oft war ich in den vergangenen Jahren als „Linthal 2015“-Projektmitarbeiterin dort oben und habe die Muttenalp dabei bei jeder Jahreszeit und in all ihren Facetten kennengelernt.

Die Muttseehütte erlebte während der Erstellung der neuen Staumauer am Muttsee turbulente Zeiten; eine Baupiste direkt an der Hütte vorbei, hunderte von Arbeitern aus allen Herren Länder, ein riesiges Arbeiter-Camp und eine Schwerlast-Seilbahn in Sicht- und Hörweite. Hinzu kam noch der zeitgleiche Umbau der Hütte selbst.
Die Muttseehütte blieb aber immer so etwas wie eine Oase inmitten des Getümmels, des Lärms, des Zeit- und des Leistungsdrucks. Hier kehrte man ein und genoss für ein paar Minuten die eigentliche, urtümliche Welt dort oben.

Im letzten Jahr kehrte mit Voranschreiten des Rückbaus von Camp, Baupisten und Installationsplätzen wieder mehr und mehr Ruhe ein und so war bis im Spätherbst 2016 auf der Muttenalp ausser Stille nichts mehr zu hören. Was aber zu sehen bleibt, ist die neue Staumauer am Muttsee, die sich mit einer Länge von 1054 Metern als die längste der Schweiz und auf rund 2500 Metern über Meer als die höchstgelegene von Europa wunderschön in die Landschaft einfügt und über die ab sofort ein neu angelegter Wanderweg führt, der zum Flanieren einlädt.

Als Einheimische, langjährige Mitarbeiterin der Axpo-Tierfehd und als Berglerin seit jeher, freue ich mich nun riesig, meine Begeisterung und Leidenschaft für Landschaft, Touren und das neue Pumpspeicherwerk Limmern in dieser einzigartig schönen Bergwelt mit euch zu teilen.
Als gelernte Servicefachangestellte, erprobte Hüttenhilfe und einstige B&B-Gastgeberin kann ich es aber auch kaum erwarten, euch mit Gastlichkeit und guter Küche in einem gemütlichen Ambiente zu bewirten.

In diesem Sinne: Bis bald in der Muttseehütte, der Oase auf 2501 m.ü.M.!
Eure neue Hüttenwartin – Anita Gubler